„Solarthermie hat Zukunft“
„Marktdurchdringungsstrategien regenerativer Wärme“ war das Thema einer Gesprächsrunde des Pumpenherstellers Wilo (www.wilo.de) mit Vertretern aus Industrie, Verbänden, Forschung und Politik. OEM-Manager Thomas Merscheim konnte rund 90 Teilnehmer begrüßen. Zur thematischen Einführung betonte er, dass die Solarthermie einen wichtigen Beitrag zur von der Politik angestrebten Energiewende leisten könne. Bisher bleibe sie aber sowohl bei der aktuellen Geschäftsentwicklung als auch bei Prognosen hinter dieser Erwartung zurück.
Noch keine zufriedenstellende Rolle
Hier knüpften Experten im Rahmen einer Podiumsdiskussion an. Laut Carsten Kuhlmann (Viessmann), Leiter der Arbeitsgruppe Solartechnik im Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) ist die Rolle der regenerativen Energien im Wärmemarkt noch nicht zufriedenstellend. Er wies auf die wichtige Funktion von Förderinstrumenten der öffentlichen Hand hin. Aktuell seien – so Kuhlmann – nur 12 % der 19,5 Mio. Wärmeerzeuger nicht nur effizient, sondern werde zumindest teilweise mit erneuerbarer Energie wie Biomasse, Solarthermie etc. betrieben. Im Gebäudebestand rechnet sein Verband zurzeit mit etwa 1,5 Mio. thermischen Solaranlagen.
Wie Helmut Jäger (Solvis) betonte, benötigt die Solarwärme eine nachhaltige Marktentwicklungsstrategie. Der 2. Vorsitzende des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) bezifferte die „Solarisierungspotenziale“ des deutschen Immobilienbestandes. Hier gebe es Flächen von rund 2,4 Mrd. m², die solar genutzt werden können. Im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser seien je nach Kollektorfläche 30 bis 70 % der Dachflächen geeignet.
Gebäudebestand ist hoffnungslos überaltert
Auf die politischen Optionen bei der Unterstützung der Solarthermie ging André Stinka ein. Der Sprecher der nordrhein-westfälischen SPD-Landtagsfraktion für Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz verwies zunächst auf eine Vielzahl weiterer Herausforderungen für die Landespolitik im Zusammenhang mit dem Klimaschutz. So sei beispielsweise der Gebäudestand in seinem Bundesland teilweise „hoffnungslos überaltert“.
Die Verbandsvertreter hoben hervor, dass die aktuelle Fördersituation ein großes Hemmnis für die Solarthermie ist.




