Potenzial für solare Prozesswärme
Die deutschlandweite Studie „Das Potenzial solarer Prozesswärme in Deutschland“ des Instituts für thermische Energietechnik der Universität Kassel hat Industriebranchen und Prozesse mit hohem Wärmebedarf erfasst und den Temperaturbereich bis 250 °C auf eine mögliche Integration von solarer Prozesswärme untersucht. Doch trotz des hohen Potenzials stagniert der Ausbau solarthermischer Anlagen. Rund ein Drittel des heimischen Endenergieverbrauchs nutzt die deutsche Industrie. Für den industriellen Einsatz thermischer Solaranlagen ist das Temperaturniveau des zu versorgenden Prozesses entscheidend. 21 % dieses Wärmebedarfs liegt unter 100 °C, ein Temperaturbereich, der gerade für thermische Solaranlagen gut geeignet ist.
Ziel der Studie war neben dem solaren Prozesswärme-Potenzial, vielversprechende Branchen und Prozesse für den solaren Einsatz auszumachen. Dazu kam eine Zusammenfassung für die Ergebnisse verschiedener Länder und Regionen. „Gerade in der Lebensmittelindustrie ist das industrielle Potenzial hoch. Hier fällt ein relativ hoher Wärmebedarf mit niedrigen Temperaturen zusammen“, erklärt Christoph Lauterbach, Mitautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für thermische Energietechnik der Universität Kassel.
Insgesamt liegt Deutschland unter dem Durchschnitt vergangener Studien, obwohl zusätzliche Wirtschaftszweige berücksichtigt wurden. Eine mögliche Erklärung: Der Anteil von Hochtemperaturprozessen in Branchen wie der Metallproduktion ist in Deutschland höher als in Ländern wie Österreich und Spanien. „Absolut gesehen ist das ermittelte Potenzial von 16 TWh/a dennoch das mit Abstand größte in Europa“, so Lauterbach.
Im Rahmen des IEA SHC Task 33 wurde basierend auf den verfügbaren Potenzialstudien einzelner Länder das Gesamtpotenzial solarer Prozesswärme für die EU25-Staaten berechnet. In diesen Ländern könnten jährlich gut 70 TWh der benötigten Prozesswärme solarthermisch bereit gestellt werden.

Parabolrinnen auf dem Firmendach eines... 


